Newsletter Januar 2024

Sehr geehrte Damen und Herren,
in unserem Newsletter erhalten Sie vierteljährlich alle wichtigen Informationen aus den fünf Modellregionen, sowie aktuelle Termine bevorstehender Veranstaltungen.
Alles Aktuelle aus den Regionen ist ebenfalls auf unserem
Instagram Kanal @mudslurryupgrade zu finden. Ebenso berichten wir auf unserer
Webseite www.slurryupgrade.de über verschiedene Themen.
Bevorstehende Termine:
Vortrag am 23.01.2024
im Rahmen der internationalen online Konferenz „Progress in Manure and Digestate 2024“.
zum Thema „Practical experience with digestate processing: utilisation and use of processed products“ am 23.01.2024

Aktuelles aus dem Modell- und Demonstrationsvorhaben
Fachbeiratstreffen
An dem Fachbeiratstreffen, das am 28.11 online stattfand und welches schwerpunktmäßig auf Sepa-rierung und Trocknung ausgerichtet war, haben alle teilnehmenden Forschungseinrichtungen mit ins-gesamt 12 Personen teilgenommen. Außerdem waren vertreten: BLE, BMEL, KTBL und Landwirte, so-dass die Teilnehmerzahl bei 25 Personen lag.
Zunächst wurde über den Projektstatus berichtet und im Anschluss zu den Themen Aufbereitungsver-fahren (Hr. Rincke – KTBL) und Ökonomie der Aufbereitung (Hr. Techno – LWK NS) referiert. Dann trug ein Landwirt aus Bayern vor, aus welchen Gründen es zur Anschaffung einer Trocknungsanlage kam, welche Voraussetzungen gegeben sein müssen und wie sich der laufende Betrieb darstellt. Folgende wichtige Aussagen werden hier zusammengefasst:
• Scheitern des Konzepts „Nahwärmenetz Ortschaft“, weil 2012 mit Preisen für fossile Energieträger nicht konkurriert werden konnte
• Starke Flexibilisierung (2018) erforderte Entscheidung – Gärrestlager oder Trocknung
• Trocknung – v. A., wegen übriger Wärme mit Berechtigung zum KWK-Bonus (sonst unwirt-schaftlich)
• Pelletiert aufgrund der Gefahr der Verwehung des staubigen Endprodukts der Trocknung
• Eingesetzte Pelletpresse sehr störanfällig
• Kosten pro t Pellets mehr als doppelt so hoch wie zu Beginn kalkuliert
• Photovoltaikstrom verringert die Betriebskosten deutlich
• Zu hoher Aufwand bei Vermarktung als Dünger f. Kleingärtner über den Einzelhändel
• Online-Vermarktung für Kleingärtner zunächst aus ökologischen Gründen verworfen
• Abgabe an andere Landwirte: Vorteile (Aktivierung Bodenleben, Steigerung Humusgehalt) eindringlich darstellen
• Bestes Düngeergebnis: Kombination Gärrest (schnell wirksam) + Pellets (Depotwirkung)
• Pellets brauchen Wasser/Feuchtigkeit, damit sie sich auflösen können

Projekttreffen
Am 14.12.2023 fand unser Projekttreffen am Fachbereich Agrar der FH Kiel statt. Am Vortag haben wir einen der Projektbetriebe der FH Kiel mit einer mobilen Zentrifuge besichtigt, welche am Betrieb sowie überbetrieblich eingesetzt wird. Am 14.12 fand unser Projekttreffen statt, an dem wir uns über die Ergebnisse aus dem Jahr 2023 ausgetauscht und diskutiert sowie unsere Projektziele für das Jahr 2024 abgesteckt haben. Eine Zusammenfassung je Modellregion finden Sie nun im Newsletter.


Aktuelles aus Bayern

Im Projektjahr 2023 wurden die geplanten Aufgaben wie vorgesehen bearbeitet. An den insgesamt sechs teilnehmenden Betrieben wurden wie bereits im Jahr davor Bodenproben gezogen, die eingesetzten Wirtschaftsdünger analysiert, Drohnenüberflüge der Versuchsstreifen durchgeführt und die Erntemengen bestimmt. An zwei Betrieben wurde außerdem die Verteilgenauigkeit bei der Ausbringung von getrocknetem Gärrest bzw. Gärrestpellets mit Mist- bzw. Kalkdüngerstreuer ermittelt. Eine Übersicht dazu sowie die einzelnen Konzepte zur Düngung sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt.

Die Düngung mit getrockneten Gärresten hat sich bei den vier Betrieben im Jahr 2023 bezüglich der Erträge nicht von der betriebsüblichen Düngung unterschieden. Bei den Streifen, bei der die Düngung mit KAS, SSA, ASL und Dickschlamm aus der Vakuumverdampfung geprüft wurde, hat die Kombination von Dickschlamm mit ASL leichte Ertragsvorteile ergeben.


Aktuelles aus Schleswig-Holstein

Die im Rahmen des Projektes betreuten Anlagen von der Schnecken-Separation bis zur Produktion von mineralischem Dünger aus Gülle sind im Jahr 2023 nur im eingeschränkten Umfang eingesetzt worden.
Die einfache fest/flüssig-Trennung hat leicht zugenommen. Es zeigt sich, dass sich mehr milchviehhal-tende Betriebe mit der Technik beschäftigen. Zusätzlich fragen Biogasanlagen feste organische Substrate aus tierischen Nebenprodukten verstärkt nach. Vor allem vor dem Hintergrund der veränderten Substratinputvorgaben für Biogas-Anlagen in Zukunft. Außerdem werden bestehende Substratströme durch mehr Mitbewerber unterbrochen. So ist z.B. die Menge an Hühnertrockenkot (HTK), die aus den Niederlanden nach Schleswig-Holstein eingeführt wurde drastisch gesunken. Die Anlagenbetreiber sind gezwungen fehlendes Substrat jetzt regional zu beschaffen.
Auch einer der Projektbetriebe hat diese Entwicklung selbst zu spüren bekommen. Aus dieser Entwicklung heraus setzt dieser eine mobile Zentrifuge ein, um Betrieben die komplette Dienstleistung vom Separieren bis zur Abnahme des festen Substrates anzubieten.

Die aufwändigeren Vollaufbereitungsanlagen haben durch die sinkenden Düngerpreise zur Jahresmitte und den Effekt der verstärkten Abnahme von unbehandelten Substraten zu Jahresbeginn nur geringe Mengen verarbeitet. Zum einen konnte das Substrat preiswerter direkt abgegeben werden und aktuell lohnt sich die Mineraldüngerproduktion nur noch bedingt.
Mit einem anderen Hintergrund produziert einer unserer Projektbetriebe seit Mitte des Jahres konti-nuierlich ASL, die Verarbeitungsleistung liegt momentan bei 200-400 Kubikmeter Gärrest monatlich. Der produzierte Mineraldünger wird ausschließlich innerbetrieblich eingesetzt.
Außerdem stehen jetzt im Winter wieder das Ziehen der Bodenproben und die vermehrte Probenahme und Analyse der unterschiedlichen Substrate an.


Aktuelles aus Nordrhein-Westfalen

Das vergangene Jahr stellte die Landwirtschaft vor einige Herausforderungen, insbesondere aufgrund der überdurchschnittlichen Niederschläge. Die Grünlandflächen waren bis ca. Mitte September gut befahrbar und brachten entsprechend des wüchsigen Wetters und der ent-sprechenden organischen Düngung gute Erträge. Besonders die Dünnphase auf beiden Betrie-ben zeigte eine bessere Wirkung, auch im Zusammenhang mit dem besseren Infiltrationsver-mögen als die unaufbereitete Gülle. Die planmäßig angedachten letzten Schnitte zum Spät-herbst blieben jedoch aufgrund der Witterungsverhältnisse aus.
Bezogen auf den Mais verlief die Ernte weitestgehend zufriedenstellend ab. Wie auch im Grünland war in diesem Jahr, im Gegensatz zu den Vorjahren, die Wasserversorgung kein Problem. Aufgrund dieser Tatsache erreichte der Mais in weiten Teilen der Modellregion Nordrhein-Westfalen eine gute Wuchshöhe, bildete einen großen Kolben aus und sorgte da-mit für einen akzeptablen Ertrag. Dabei kam es allerdings nicht nur auf die Menge der organi-schen Düngung an, sondern viel mehr auf die Ausbringtechnik, Bodenverhältnisse und insbe-sondere auf die Art der Düngung (Fest- oder Flüssigphase).
Auf schweren Böden und einer späten Aussaat war der Mais klar im Nachteil, speziell auf den nur mit Feststoff (separierte Rindergülle) gedüngten Demonstrationstreifen waren teilweise bis zu 28% Minderertrag zu verzeichnen.

Auf dem Bild wird die These der Benachteiligung schwerer Böden im Jahr 2023 deutlich. Saatzeitpunkt war dort der 23. Mai, kurz darauf folgten weitere Niederschläge, die den Mais beim Aufwuchs verschlämmten und eine starke Erdkruste bildeten. Folglich wurde der Mais am Aufwuchs gehindert und brachte einen allgemein geringeren Ertrag.
Des Weiteren wurden die Flächen auf den Projektbetrieben am Niederrhein mittels Strip-Till gedüngt, ein Verfahren, das in trockenen Jahren absolut von Vorteil ist, in diesem Jahr aber aufgrund der guten Wuchsverhältnisse nicht den Effekt wie in den vorangegangenen Jahren hatte.
Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass sowohl das Zusammenspiel der Parameter Boden, Düngung und Ertrag von elementarer Bedeutung für die Landwirtschaft ist, aber auch die Witterung (Extremwetterlagen) in Interaktion mit der Düngung eine wesentliche Rolle spielt. Das vergangene Jahr hat den Landwirten und der Landwirtschaft im Allgemeinen vor Augen gehal-ten, dass in Bezug auf Organik, Quantität nicht gleich Qualität ist.


Aktuelles aus Niedersachsen

Ein erfolgreiches Projektjahr geht nun zu Ende und ein neues Projektjahr im „MuD SlurryUpgrade“ kann starten! Auch im Jahr 2024 sind wieder Demonstrationsstreifen, vor allem in Hackfrüchten geplant. Hier hat sich der Einsatz von separierten Feststoffen als sinnvoll erwiesen und soll weiter optimiert werden. Außerdem wird der Fokus in diesem Jahr auf eine ökonomische Betrachtung bei der Separation gelegt.
Rückblickend wurden im Jahr 2023 sechs Demonstrationsflächen auf drei verschiedenen Betrieben an-gelegt. Eine Übersicht dazu ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt.

Fazit: Separierter fester Gärrest ist ein Mehrnährstoffdünger und ein langfristiger N-Dünger. Es findet eine erhöhte Zufuhr von P2O5, K2O, MgO, CaO und S. Es muss somit bei der Düngung insbesondere auf die P2O5-Zufuhr geachtet werden. Die Nährstoffgehalte schwanken allerdings stark zwischen den separierten Feststoffen, so dass eine aktuelle Analyse zwingend notwendig ist.
Bei den Ertragsunterschieden ist zu beachten, dass teilweise eine geringere N-Menge für das Pflanzen-wachstum zur Verfügung stand. Im Jahr 2024 soll daher die Düngung mit separierten Feststoffen opti-miert werden, so dass auch dort dieselbe N-Menge für das Pflanzenwachstum zur Verfügung steht und insbesondere in den frühen Entwicklungsstadien ein schnell verfügbarer N-Dünger hinzugegeben wird.


Aktuelles aus Mecklenburg-Vorpommern

Im Verlauf des Jahres konnten wir alle negativen Witterungsfolgen für die Landwirtschaft in unseren Auswertungen einbeziehen. Von nicht befahrbaren Böden über die Frühjahrstrockenheit bis zur verregneten Ernte war in diesem Jahr alles dabei. Der Einsatz der Wirtschaftsdünger hat dabei keine negativen Auswirkungen für die Landwirte gehabt.
Die Bilanzierung der eingesetzten Produkte hat ergeben, dass beim Einsatz von hochwertigen Dünge-mitteln wie zum Beispiel getrockneten Gärresten, die auch hohe Mengen an Phosphor beinhalten, die Phosphormengen die Düngemenge noch vor dem Stickstoff begrenzen. Insgesamt kann man sagen, dass die von uns angelegten Demonstrationsstreifen gut in die Kultur und die Fruchtfolge etabliert werden konnten.

Ausblick
Auch im Jahr 2024 wollen wir gemeinsam mit den Landwirten den Einsatz von organischen Düngemit-teln planen und durchführen. Bereits im Herbst 2023 wurden unterschiedliche Demonstrationsstreifen mit Kompost vor der Aussaat von Winterraps angelegt. Weitere Düngemittel werden im Frühjahr folgen.

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