Wirtschaftsdüngeraufbereitung in Bayern

Rund 54 Mio. m³ flüssiger Wirtschaftsdünger sind im Jahr 2015 auf den bayerischen Betrieben angefallen (Statistisches Bundesamt 2017).

Besonders in Oberbayern und in Schwaben wurden vergleichsweise viele Aufbereitungsanlagen erfasst. Dies ist nicht verwunderlich, da in diesen Gebieten viele Biogasanlagen mit der höchsten installierten elektrischen Nennleistung liegen und auch die Großvieheinheiten (GV) je Hektar LF in diesen Regionen überdurchschnittlich hoch sind. Im Gegensatz dazu sind in Unter- und Oberfranken die wenigsten Biogasanlagen und die GV je Hektar Landwirtschaftsfläche (LF) sind ebenfalls am geringsten. Außerdem ist die LF im Süden von Schwaben und Oberbayern fast zu 100 % Dauergrünland, wohingegen im Norden nahezu nur ackerbauliche Flächen zu finden sind (Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten 2020, 2016).

Großvieheinheiten:

Grünland:

Biogas:

Großvieheinheit je ha landwirtschaftlich genutzter Fläche 2020 und Anzahl der Betriebe mit Viehhaltung (Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten 2022)
Anteil des Dauergrünlands an der LF in % und Dauergrünlandfläche in 1.000 ha 2020 (Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten 2022)
Verteilung und Größe der Biogasanlagen in Bayern (Quelle: Bayerische Landeanstalt für Landwirtschaft o. J. )

Vor allem Vakuumverdampfungsanlagen, Trocknungsanlagen und Eindampfungsanlagen sind hierbei im Einsatz. Aber auch Pelletierungs- und Kompostierungsanlagen für Wirtschaftsdünger werden betrieben. Insgesamt wurden im Jahr 2021 über 90 dieser Aufbereitungsanalgen und circa 30 geplante bzw. im Bau befindliche Anlagen erfasst. Separationsanlagen werden schätzungsweise bei einem Drittel bis zur Hälfte aller Biogasanlagen über 75 kW eingesetzt.

Die Aufbereitungsanlagen werden überwiegend von Privatpersonen betrieben, teilweise auch von Lohnunternehmern oder in einer Gemeinschaft. Die Aufbereitungskapazität der erfassten Anlagen reicht von unter 10.000 m³ bis zu 50.000 m³ pro Jahr (Lichti und Nitzl 2021).

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